Die Skulptur des Auerochsen – Belarus
Die Skulptur des Auerochsen an der Autobahn M-1 beim Dorf Petkovichi, Belarus
Zwischen Minsk und Brest an der vielbefahrenen internationalen Fernstraße M-1 (Europastraße E30) steht nahe der Dorfes Petkovichi (Baranowitschi-Region) eine der markantesten Straßenskulpturen Weißrusslands: eine riesige Skulptur eines Auerochsen (hier: Wisent bzw. europäischer Bison), die seit über zwei Jahrzehnten Reisende aus aller Richtung empfängt und verabschiedet.
Standort zwischen Verkehr und Landschaft
Die Autobahn M-1 ist eine zentrale Verkehrsader in Belarus, die vom Osten (russische Grenze) nach Westen (polnische Grenze bei Brest) verläuft. In Höhe des 117. Kilometers, direkt am Übergang zwischen Minsk- und Brest-Region, wurde die Skulptur errichtet – sichtbar aus großer Entfernung in der offenen, von Feldern geprägten Landschaft.
Was auf den ersten Blick wie ein einfaches Straßendenkmal wirkt, ist in Wahrheit ein großes Wahrzeichen: eine metallene Skulptur des europäischen Bisons, landläufig auch als Auerochs bezeichnet, die an die Tierwelt Osteuropas erinnert und zugleich ein Symbol für Region und Identität darstellt.
Größe, Konstruktion und Technik
Die Skulptur ist gigantisch dimensioniert:
Länge: rund 28 Meter von Hornspitze zu Schwanzende
Höhe: etwa 20 Meter (vergleichbar mit einem sechs- oder siebenstöckigen Gebäude)
Gewicht: ungefähr 70 Tonnen
Material: schwere Stahlkonstruktion, gefertigt für dauerhafte Außeninstallation
Sie wurde 2003 vom Pinski Schiffbau- und Reparaturwerk hergestellt und am Straßenrand aufgestellt, ursprünglich als Teil der Feierlichkeiten zum belarussischen Erntefest „Dazhynki“.
Wahrzeichen und regionale Bedeutung
Seit ihrer Errichtung hat sich der kolossale Wisent zu einem regionalen Wahrzeichen entwickelt, das sowohl Einheimische als auch Durchreisende kennen. Er gilt als Symbol der Brest-Region, deren Wappentier der Wisent ist, und wird oft in Fotos und Reiseberichten erwähnt.
Die Figur ist nicht nur dekorativ, sondern gehört fest zum Bild der Gegend: Viele Reisende halten am Straßenrand, um sich mit dem imposanten Tier ablichten zu lassen, und es ist im Kartenmaterial und in sozialen Medien als markanter Orientierungspunkt verzeichnet.
Pflege, Renovierung und interaktive Projekte
Im Laufe der Jahre wurde die Skulptur mehreren Instandhaltungsarbeiten unterzogen. Ende 2022 wurde sie umfassend restauriert: korridierte Metallteile wurden ersetzt, Nähte neu verschweißt und die Oberfläche neu lackiert, damit das Monument auch in Zukunft witterungsbeständig bleibt.
Darüber hinaus wird das Denkmal aktuell weiterentwickelt. Pläne sehen vor, die Figur mit interaktiven Elementenauszustatten – etwa LED-Augen, die „zwinkern“, und Effekten, die sogar Dampfausstoß aus den Nüstern simulieren sollen, um dem Objekt eine zusätzliche Attraktivität zu verleihen.
Ein Ort der Begegnung
Parallel zu diesen technischen Aufwertungen entsteht rund um die Skulptur eine Touristen- und Raststätte, mit Rast- und Servicemöglichkeiten für Autofahrer. Ziel ist es, den Standort nicht nur als Fotomotiv, sondern als echten Haltepunkt für Reisende und Kulturinteressierte zu etablieren.
Die Skulptur des Auerochsen (besser: des europäischen Bisons) an der Autobahn M-1 nahe Petkovichi ist weit mehr als nur ein Straßenkunstwerk. Sie ist:
Ein monumentales Symbol für die natürliche und kulturelle Identität der Region,
Ein weithin sichtbares Landmark entlang einer bedeutenden Verkehrsroute,
und zunehmend auch ein touristischer Anziehungspunkt mit wachsendem Serviceangebot.
Für Reisende auf der M-1 gehört der Blick auf diesen Stahlriesen fast schon zum Standardprogramm – ein Stück belarussischer Identität am Wegesrand.
Ab und zu bekomme ich von einer Freundin aus Minsk ein Foto des Auerochsen wenn sie daran vorbei fährt.


































